Spiel’18 – Die Spiele – Kennerspiele

Nach den einsteigerfreundlichen Familienspielen kommen wir in komplexere aber auch noch interessantere Gefilde. Natürlich ist auch hier die Bandbreite groß und der Übergang von Kenner- zu Expertenspielen ein fließender. Für mich gibts drei Faktoren die ein Expertenspiel noch einen Tick anspruchsvoller machen:

  • Komplexität der Regel bzw. Vielzahl der Handlungsmöglichkeiten -> schwer eine Strategie zu finden
  • Umfang des Spielmaterials -> ohne viel Erfahrung leidet die Übersichtlichkeit
  • Nischenspiele hinsichtlich Spielmechanik bzw. Thematik -> schwer Mitspieler zu finden

Aber genug der Theorie, fangen wir mit den Spielen an.

Zu beginn zwei Kooperative Spiele die beide schon am zweiten Tag der Messe (in der deutschen Version) ausverkauft waren. Adventure Island von Pegasus ist ein kooperatives Survival Spiel. Wir stranden auf einer Insel und versuchen gemeinsam Tag für Tag (=einzelne Abenteuer) zu überleben. Das Spiel ist kartenbasierend, für 2-5 Spieler geeignet und wird von vielen als kleiner Bruder von Robinson Crusoe vom gleichen Verlag gesehen. Sicher schon ehrgeizigen Familienspielern zu empfehlen.

  

Ähnlicher Name, gleicher Verlag aber deutlich anspruchsvoller ist Spirit Island. Die englische Version gab es es schon letztes Jahr, jetzt hat Pegasus das ganze auf Deutsch gebracht.

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Wir haben schon unsere erste Runde gespielt und sind sehr begeistert. Flos erster Gedanke war „Da spielen wir schnell eine Runde.“, ich hatte aber vorab schon gehört, dass ein Szenario mehrere Stunden dauern kann. Tatsächlich sind die Regeln recht einfach, aber es gibt so viel Handlungsmöglichkeiten und man grübelt bei jedem Zug wirklich lange. Artikel folgt…IMG_2538

Wie gesagt, die beiden Spiele waren die größten (deutschsprachigen) Renner der Messe. Ebenfalls kooperativ und großer Trend der Messe – Detektivspiele. Die zwei meistgenannten und besten Vertreter sollen auch hier erwähnt werden. Einerseits wäre da Detective: Ein Krimi Brettspiel von Pegasus/Portal Games. Der Clou daran ist, dass zum Lösen der Fälle das Internet genutzt werden muss. Teil des Spiels ist auch eine „Polizei-Datenbank“ in der via Webbrowser recherchiert werden muss. Es gibt fünf Fälle die über eine Rahmenhandlung zusammenhängen. Das ganze ist auch solo spielbar und meiner Meinung erst ab einem Alter von ca. 14 Jahren geeignet. Auf der Messe hab ichs nicht mitgenommen, ist aber schon bestellt.

 

Der zweite Vertreter ist Chronicles of Crime von Corax Games/Lucky Duck Games. Auch hier gehen wir kooperativ auf Verbrecherjagd.

Die Besonderheit hier ist einerseits die Unterstützung durch eine App, die auch mittels VR (Virtual Reality) Nachforschungen zulässt. Andererseits wurde das Spiel so designed, dass die Komponenten (Ortskarten, Personenkarten, Gegenstände usw.) für weitere Fälle wiederverwendet werden können. Diese Fälle können dann via In-App Käufe erworben werden, sogar das Entwickeln von eigenen Fällen in der App und Veröffentlichung dieser wird möglich sein. Ich beobachte die Entwicklung, sollte das Konzept wirklich aufgehen werde ich zuschlagen.

Nach der kooperativen Welle, kommen wir zu den klassischen, kompetitiven „Eurogames„. Eurogames ist der gängige Begriff für Spiele in denen mehrere Spieler ein Wettrennen um Punkte machen. Mechanismen sind abstrakt, am Ende gewinnt der mit den meisten Punkten. „Euro“ deshalb, dass diese Art von Spiel primär in Europa populär ist, der Gegenbegriff wäre „Ameritrash“ – thematische Spiele die meist auf direkte Konfrontation / Kampf zwischen den Spielern basieren.

Fangen wir mit Newton von Asmodee/Cranio Games an, mein persönlicher Favorit.

War ebenfalls Samstag ausverkauft, primär aufgrund des Themas aber auch spielerisch wurde es von vielen gelobt. Haben wir zwar gekauft, war aber noch nicht am Tisch. Details sobald wir unsere ersten Runden damit gespielt haben.

 

 

 

Carpe Diem von alea/Ravensburger hat sich in kurzer Zeit einen interessanten Ruf erarbeitet. Spielerisch ganz tolles Spiel von Stefan Feld, optisch einer der „lieblosesten“ Spiele der letzten Zeit. Wer keine „Grafikblender“ braucht bekommt hier dennoch ein super Spiel.

  

Kickstarter Projekte versuchen oft rechtzeitig zur Spielemesse ihre fertigen Spiele ausliefern zu können und damit auch den Verkauf und die Promotion auf der Messe mitzunehmen. Bei folgenden drei Projekten war ich dabei und auch auf der Spiel waren sie in den Toplisten ganz oben.

Das schönste Gesamtpaket ist die Deluxe Version von Gùgōng von Game Brewer.

Thematisch sind wir hier im China des 16. Jahrhunderts unterwegs und versuchen als Familienoberhaupt durch Geschenke und Lobbying Einfluss auf den Kaiser und den Beamtenapparat zu gewinnen. Das Spiel selbst geht schon eher Richtung Experte und ist nicht unbedingt für die Einstieg ins Hobby geeignet. Das Material der Deluxe Version ist unglaublich, Fotos und Details dazu in einem eigenen Blogeintrag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenfalls druckfrisch kam Architekten des Westfrankenreichs beim Schwerkraft Verlag an. Wir sind Baumeister des Königs im 9. Jahrhundert und versuchen ihn durch unsere Bauwerke zu beeindrucken. Grafisch wunderschön, spielerisch sehr gut – ein richtiger Hit. Details sobald es am Tisch war.

   

Ebenfalls bei Schwerkraft hab ich mir Die Würfelsiedler geholt.

IMG_2598Damit haben wir schon unsere ersten Erfahrungen gemacht. Einerseits entdecken wir neue Landschaftsteile (Hex-Plättchen) die uns gewisse Boni geben und besiedelt werden können, andererseits versuchen wir neue Erfindungen (Entwicklungskarten) zu machen. Der Clou ist der Mechanismus, mit dem Aktionen ausgeführt bzw. Ressourcen gewonnen werden können – über Würfel. Jeder Spieler stellt sich im Laufe des Spiels ein eigenes Set an Würfeln zusammen, die unterschiedliche Strategien ermöglichen. Uns hat es sehr gut gefallen, mehr dazu bald.IMG_2605

Ein Spiel das wir in Essen angetestet haben, aber uns nicht ganz überzeugt hat war Lift Off von Hans im Glück Verlag. Das Thema, Eroberung des Weltraums in den 60ern, spricht an. Die Retrografik ebenfalls, der Funke ist aber nicht übergesprungen. Vielleicht lags auch am Erklärbär auf der Messe? Wir haben die Finger davon gelassen.

Noch recht neu ist Nah und Fern, der Nachfolger zu Oben und Unten. aus dem Schwerkraft Verlag. Beides haben wir auf der Messe mitgenommen. Die druckfrische Erweiterung ist leider erst nach unserem Besuch auf der Messe eingetroffen.

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.Auf die Spielerfahrung damit sind wir richtig gespannt. Im Prinzip bereist man Landkarten in Buchform (der Atlas), liest die entsprechenden Geschichten vor und trifft Entscheidungen wie die Geschichte weiter geht. Über mehrere Geschichten hinweg entwickeln wir unseren Charakter weiter, lernen neue Fähigkeiten. Dennoch ist es kein kooperatives Spiel, am Ende jeder Geschichte gibt es einen „Sieger“. Soviel die Theorie, sobald wir die ersten Geschichten gespielt haben werden wir über die echte Spielerfahrung berichten.

Zum Abschluss noch Tyrannen des Unterreichs von Asmodee, ein klassisches Spiel für Flo. Eigentlich eine Neuheit aus 2017, aber ganz neu auf Deutsch erschienen.

Einerseits ein Deckbuilder, also bau dir dein eigenes Set aus Karten zusammen, aber auch Kampf gegen Monster und erobern von Punkten auf einer Landkarte. Hat super Kritiken und macht uns sicher Spaß. Mehr dazu später.

So, das war der Bericht für das nächste „Level“ an Brettspielen. Im nächsten Teil kommen die richtigen Brocken dran.

 

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