Angespielt – Die Würfelsiedler

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Diesmal ein stellen wir Die Würfelsiedler vom Schwerkraft Verlag vor. Es ist ein Kennerspiel mit Mechanismen von Area Control, Deck Building, Exploration und vor allem Würfel! Keine Angst, was diese Begriffe bedeuten wird im Laufe der Beschreibung des Spiels klarer.

 

Infos zum Spiel:
Das Spiel des Autors Dávid Turczi ist für 1-4 Spieler, bietet also einen Solo Modus, dauert laut Hersteller 45-60 Minuten und wird ab 14 empfohlen. Soviel schon mal vorab – 45 Minuten war bei uns optimistisch, 60-90 war bei uns realistischer und ich glaube, dass durchaus schon ab 12 gespielt werden kann.

Worum gehts?
Wir entdecken und besiedeln ein neues Land und versuchen dabei durch das Besetzen einzelner Gebiete (Hexagon Plättchen), Produktion von Rohstoffen und Erforschung neuer Technologien die meisten Siegpunkte zu sammeln. Das Ganze wird getrieben durch die namensgebenden Würfel.

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Das Material
Star des Spiels sind die über 50 Würfel – keine Standard 1-6 Würfel sondern mit individuellen Symbolen gestaltet. Dazu Landschaftsplättchen aus Karton, viele Spielsteine aus Holz und jede Menge Marker aus Karton. Dazu Stoffsackerln für jeden Spieler, die allerdings für unseren Geschmack zu klein sind, man kommt nur schwer mit der Hand rein um die Würfel heraus zu ziehen – ein wichtiges Spielelement. Alles in Allem aber super und viel Material und schön gestaltete Grafiken von „The Mico“ – ein Grafiker der in letzter Zeit gefühlt jedes zweite erfolgreiche Spiel auf Kickstarter illustriert.

Spielablauf und Mechanik
Jeder Spieler bekommt ein erstes Set an Würfel, Holzwürfel als „Zelte“ und ein Holzhaus als Ausgangsmaterial, zusätzlich ein Spielertableau mit einer Kurzfassung der Regeln und besagtem Stoffbeutel für die Würfel. IMG_2601

Jede Spielrunde ist grob in zwei Phasen unterteilt. Zuerst ziehen wir soviel Würfel wie unser aktuelles Limit erlaubt blind aus dem Beutel, anfangs dürfen wir drei Würfel ziehen, das Limit kann durch verschiedene Effekte im Laufe des Spiels erhöht werden. Danach werfen wir unsere Würfel, das Ergebnis kann durch Nutzung von Ressourcen oder von einzelnen Würfeln selbst manipuliert werden – Würfel neu werfen, auf bestimmte Seite drehen usw. Die gesamte Würfelphase kann von allen Spielern parallel durchgeführt werden, macht das Spiel schneller.

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Die so erwürfelten Symbole bestimmen nun was wir in der nächsten Phase, der Aktionsphase, machen können – jetzt hintereinander. Jedes Symbol kann für eine andere Aktion genutzt werden, allerdings darf nur eine Aktion durchgeführt werden, z.B.

  • Ein Kompass für das Erkunden (=aufdecken und platzieren) eines neuen Geländeplättchen. Dies können wir dann gleich mit einem unserer Zelte (=Holzwürfel) besiedeln.
  • Ein Lagerfeuer lässt uns auf ein bereits aufgedecktes (=entdecktes) Landschaftsplättchen siedeln.
  • Eine zahlende Hand lässt uns einen neuen, zusätzlichen Würfel in unseren Beutel geben. Allerdings nur von jener Farbe, von der wir schon ein Plättchen besiedelt haben. Jede Farbe hat andere Symbole bzw. andere Häufigkeiten von Symbolen auf den sechs Seiten.
  • Die Gewehre lassen uns einen Mitspieler von einem Landschaftsplättchen vertreiben
  • Gold, Holz, Kürbis, Eisen lassen uns entsprechende Ressourcen nehmen
  • Sich schüttelnde Hände nutzen wir um Ressourcen für Siegpunkte zu verkaufen
  • Eine Laterne erforscht neue Technologien, konkret können wir so Technologiekarten bekommen.

Die so genutzten Würfel werden abgelegt, kommen aber nicht zurück in den Stoffsack! Erst wenn alle Würfel gezogen wurden geben wir wieder alle Würfel ins Sackerl und mischen sie somit neu. Dieser Mechanismus, gekoppelt mit der Möglichkeit zusätzliche Würfel zu bekommen ergibt den Deck Building Mechanismus, hier besser als Bag Building bezeichnet.

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Die taktische Tiefe kommt durch Landschaftsplättchen ins Spiel. In Die Würfelsiedler hat jedes Landschaftsplättchen unterschiedliche Siegpunkte, oft abhängig davon wer mehr Zelte (Holzwürfel) darauf liegen hat. Zusätzlichen bringen bestimmte Plättchen auch sofort Vorteile. Das sind Basisprinzipien des Area Control Mechanismus. Da die Plättchen gemischt auf einem verdeckten Stapel liegen ist es nur sehr scher weit voraus zu planen.

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Den eher strategischen Part bilden die Technologiekarten. Diese sind variabel, je Partie IMG_2600andere und bringen so einen hohen Wiederspielwert. Sie können durch Ressourcen bzw. durch Besetzen bestimmter Landschaftstypen erworben werden. Technologien geben uns Vorteile, zusätzliche Siegpunkte am Sielende usw. Das Spiel endet wenn z.B. keine Landschaftsplättchen mehr verfügbar sind,  alle Würfel aus dem allgemeinen Vorrat gekauft wurden oder keine Siegpunktemarker mehr vorhanden sind.

Natürlich sind die Regeln und der Ablauf nur grob skizziert. Was uns an Die Würfelsiedler sehr gut gefällt, ist die Verbindung unterschiedlicher Mechanismen:

  • Es gibt die Glückskomponente (Würfel), wird aber durch Würfelmanipulation abgeschwächt.
  • Es gibt Exploration (Landschaftsplättchen) die zur taktischen Variabilität zwingt.
  • Es gibt Technologiekarten die einen strategischen Plan für eine Partie zulassen

Fazit/ Zielgruppe
Uns haben die Würfelsiedler sehr gut gefallen und es ist für uns eine 8 von 10. Wer gerne Würfel im Spiel hat und Landschaftsplättchen umdreht, hat hier sein Spiel gefunden. Allerdings würden wir keinen direkten Einstieg von z.B. Siedler von Catan hierher empfehlen, da könnte durchaus Frust aufkommen. Wer allerdings schon ein paar einfache Kennerspiele hinter sich hat, wird kein Problem haben. Wie empfehlen z.B. Isle of Skye als Stufe davor, dann ist Würfelsiedler kein Problem und jeden Euro wert.

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