Angespielt – Roll for Adventure

Leichtere Kost kommt von Kosmos Verlag auf den Tisch – Roll for Adventure. Das SpielIMG_2651 hat eher zufällig den Weg auf unseren Tisch gefunden. Vor und nach Essen wurde es immer wieder gelobt, zwar keine Herausforderung für Vielspieler aber dennoch ging bei den meisten Reviewern eine gewisse Begeisterung mit einher. Mit dem Bild, dass es doch zu „seicht“ für uns ist und dem vollen Kofferraum von der Spiel’18 im Kopf haben wir vom Kauf Abstand genommen. Als es dann zu einem unverschämt günstigen Preis bei Amazon gelistet war, haben wir doch zugeschlagen.

 

Infos zum Spiel:
Roll for Adventure ist ein Familienspiel von Autorenduo Matthew Dunstan und Brett Gilbert (Elysium, Costa Rica) und erschien im Kosmos Verlag. Offizielle Angaben sind 2-4 Spieler, in der Praxis empfehlen sich aber eher 3-4, und ab 10 Jahren. Wir glauben aber, dass auch schon 8 jährige locker mitspielen können. UVP des Spiels ist ca. 30€, viele Shops haben es ab 27€ im Programm und es sollte ohne Probleme lieferbar sein.

Worum gehts?IMG_2650
Man könnte sagen Roll for Adventure ist eine moderne, thematisch verpackte und erweiterte Variante von Kniffel bzw. Yahtzee, außerdem spielen wir hier auch noch kooperativ. Jeder Spieler wirft Würfel, setzt sie auf eines von vier Aufgaben/Muster am Spielbrett ein um nach Komplettierung der Aufgabe einen Machtstein zu bekommen. Jede Runde versuchen Gegner unsere Würfel vom Spielbrett zu verdrängen. Haben wir alle Machtsteine gesammelt gewinnen wir gemeinsam das Spiel; brauchen wir zu lange verlieren wir.

 

Das Material
In der Schachtel finden wir 24 bunte Würfel, über 50 Karten für die Monster, 10 schöne IMG_2656Heldentafeln aus dickem Karton, 30 kleinere Kartonmarker. Das Spielbrett wird aus vier, beidseitig verwendbaren Kartondreiecken gebildet. Als spezielles Gimmick dieses Spiels sind vier kleine 3D Totenköpfe, genutzt als Bedrohungsanzeige, in der Box. In Summe kann man mit dem Material zufrieden sein, kein Highlight, aber durchaus wertig und zufriedenstellend.
Das Regelheft ist wieder von der Kategorie „zwei Seiten zuwenig“ – viel Text in kleiner Schrift und dicht gedrängt. Auch hier – nicht schlecht, aber geht definitiv übersichtlicher. Positiv zu erwähnen ist die neue App des Kosmos Verlag, die zu Roll for Adventure eine sehr gutes Tutorial bietet und das Regelheft überflüssig macht.

Spielablauf und Mechanik
Aus den vier Dreiecken wird ein Quadrat zusammengebaut und bildet unser Spielbrett. Jedes Dreieck kann beidseitig verwendet werden, eine Seite ist einfacher, die Rückseite hat etwas anspruchsvollere Spielelemente. Die Elemente bzw. welche Seite wir einsetzen kann beliebig gemischt werden und bringen so einiges an Variablität ins Spiel.
Danach wählen wir ein Zielplättchen aus, damit bestimmen wir wie viele „Machtsteine“ für den Sieg notwendig sind. Dadurch legen wir de facto die Länge und somit den Schwierigkeitsgrad des Spiels fest.

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Jeder Mitspieler wählt eines der Heldplättchen, je nach Rolle hat man eine andere Spezialfähigkeit, und bekommt fünf Würfel seiner Spielerfarbe.

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Der eigentliche Zug eines Spielers läuft folgendermaßen ab:

  • Werfen aller eigenen Würfel
  • Alle Würfel einer Augenzahl auf dem Spielbrett platzieren
  • Restliche Würfel neu werfen
  • Wieder alle Würfel einer Augenzahl auf dem Spielbrett platzieren
  • usw…. bis alle fünf Würfel des Spielers verbraucht sind

Auf jedem der vier Spielgebieten (Dreiecken) werden andere Würfel eingesetzt. Hat man die auf dem Gebiet abgebildete Anzahl an Würfel abgelegt, gilt die Aufgabe als erledigt und die Würfel gehen an die Spieler zurück. Meist ist ein Gebiet aber in Teilaufgaben unterteilt, z.B. vier „2er“ Würfel, vier „3er“ und vier „4er“ sind notwendig um einen der Machtsteine des Gebiets zu erreichen. Klingt, vor allem wenn man bedenkt, dass wir die Würfel gemeinsam sammeln, einfach. Hier kommt der eigentliche Clou des Spiels:

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Nachdem ein Spieler alle Würfel platziert hat muss die oberste Karte des „Feinde“ Stapel gezogen werden. Je nach Typ des Gegners kommt dieser in eines der vier Gebiete und greift es an, zusätzlich greifen aber auch alle bereits vorhanden Feinde die einen IMG_2654„kleineren Wert“ (Zahl rechts oben auf der Karte) als der gezogene haben, an.
Jeder Feind gibt an welche bereits ausgelegten Würfel aus einem Gebiet entfernt werden müssen, dadurch ist es bedeutend schwieriger die Aufgaben des Gebiets zu erfüllen, da immer wieder Würfel zur Abwehr genutzt werden müssen. Diese somit entfernten Würfel kommen aber nicht zum Spieler zurück, diese werden auf dem sogenannten „Strudel des Vergessens“ abgelegt und können nicht so einfach wieder benutzt werden. Kann gar kein entsprechender Würfel aus dem Gebiet entfernt werden nimmt das Gebiet Schaden. Ist der Schadensmarker auf 0 haben wir verloren…

Durch diese Feinde und deren Angriffe kommen zwei weitere Aktionsmöglichkeiten ins Spiel. Einerseits können wir statt die Würfel auf ein Gebiet zu legen um Aufgaben zu lösen sie auch als Angriff auf Gegner nutzen und diese aus dem Spiel zu bekommen. Andererseits können wir auch Würfel im Gesamtwert von 10 oder höher im „Strudel der Erinnerung“ platzieren und somit alle Würfel aus dem „Strudel des Vergessens“ zurück bekommen.

Durch die Summe der Möglichkeiten wird nach jedem Würfelwurf in der Runde diskutiert ob wir die Würfel zum Lösen von Aufgaben nutzen, Feinde besiegen oder sie rein zur Abwehr in ein Gebiet legen. Es ist immer eine Entscheidung ob wir eher unseren Zielen entgegen arbeiten oder doch lieber langsamer voran kommen aber Schaden an den Gebieten vermeiden. Andererseits werden die Angriffwellen immer stärker und es wäre doch besser Augen zu und schnell die Aufgaben erledigen – schwierig….

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Fazit/ Zielgruppe
Roll for Adventure ist von den Regeln und dem spielmechanischen Anspruch simpel. Familienspielern ist es ein schöner Einstieg in kooperative Spiele. Für Kennerspieler, selbst für Experten ist es ein netter Einstieg oder Absacker eines Spieleabends.
Selbst auf einfachen Schwierigkeitsgraden kommt das eine oder andere Mal schon das Gefühl von Zeitdruck und die Unsicherheit ob wir es noch schaffen können auf. Solche Momente bleiben einer Spielergruppe oft in positiver Erinnerung.
Was damit auch super funktioniert ist unerfahrene Spieler rasch zu integrieren. Würfeln kann jeder, und die Gruppe diskutiert so und so gemeinsam was mit den Würfeln geschehen soll. So lernt man sofort intuitiv die Regeln und muss keine „Angst“ vor dem Spiel haben. Daher für die angeführte Zielgruppe – klare Kaufempfehlung.

 

 

 

 

 

 

 

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