Angespielt – Zwischen zwei Schlössern

Druckfrisch aus Essen haben wir uns Zwischen zwei Schlössern aus dem Hause Feuerland mitgenommen. Bei diesem Spiel haben wir hoch gepokert. Seine Existenz img_2766wurde erst ganz kurz vor der Messe bekannt und es gab de facto keine Vorschau, Videos oder Tests. Einzig die Beschreibung des Kernmechanismus und das Vertrauen in die dahinter stehenden Verlage haben uns zum Kauf getrieben.

Infos zum Spiel:
Zwischen zwei Schlössern ist ein Familienspiel von Autorenduo Matthew O’Malley und Ben Rosset (Between two Cities) und erschien auf Deutsch bei Feuerland. Das Original mit dem Titel Between Two Castles of Mad King Ludwig kommt aus dem Hause Stonemaeir Games (Scythe) und deutet schon die Abstammung an. Das Spiel ist eine Kreuzung von Between Two Cities (Stonemaeir Games) und Castles of Mad King Ludwig (Bezier Games). Aus ersterem wurde der Kernmechanismus übernommen, aus zweiterem die Thematik und die Idee des Schlossbaus. Das Spiel ist für 2 – 7! Spieler, ungewöhnlich für einen Titel der kein Partyspiel ist. Mit zwei Spielern ist es bedingt zu empfehlen, ab drei funktioniert es wirklich gut. Die Altersangabe bei Feuerland ist „Ab 10“, wir glauben aber es geht durchaus schon mit Achtjährigen. UVP ist 40€, bei einschlägigen Händlern gibt es Zwischen zwei Schlössern um ein paar Euro weniger.

Worum gehts?img_2357
Wir haben es hier mit einem, ich nenne es mal teil-kooperativen Spiel zu tun. Wir müssen aus zufällig gezogenen Plättchen (=Räume) ein Schloss aufbauen, dabei geben bestimmte Raumkombinationen Punkte. Der eigentliche Kniff ist aber, dass wir jeweils mit unseren linken und rechten Sitznachbarn gemeinsam ein Schloss bauen, d.h. an zwei Schlössern gleichzeitig. Die eigenen Siegpunkte sind die jeweilige kleinere Siegpunktezahl der beiden Schlösser. Dadurch entwickelt sich eine ganz Interessante Spieldynamik.

 

Das Material
Zwischen zwei Schlössern ist wieder eines der Spiele, bei denen schon alleine der img_2358Anblick des Materials den Kauf bestätigt. Wir haben hier ca. 200 Kartonplättchen die die einzelnen Räume des Schlosses darstellen, 20 Bonuskarten, 7 Spielerfiguren aus Holz (deren Sinn sich uns noch immer nicht erschließt), 7 Spielübersichten (quasi Kurzregeln) und ein Wertungsblock.

Wirklich praktisch und ein Highlight ist aber das Inlay von Gametrayz. Meist sind deren Inlays extra zu kaufen, hier Standard im Spiel. Neben der guten Aufbewahrung in der Schachtel, ist vor allem der Nutzen während des Spielens selbst . Einfach auf den Tisch img_2813gestellt und losgespielt.Ein volles Fach bzw. Stapel aus dem Inlay ist genau die Anzahl an Plättchen die für die nächste Runde benötigt wird. Das ist ein echter Mehrwert!
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist auch die Anleitung. Gut geschrieben, wertiges Papier, aber vor allem wurde nicht bei den Seiten gespart. Zuletzt häufig eine Unart, ist hier alles übersichtlich, keine wichtigen Details in kleiner Schrift in der Ecke versteckt. Wirklich gut!

 

 

 

 

Spielablauf und Mechanik
Der Ablauf ist schlank gehalten. Jedes Schloss startet mit einem Thronsaal – quasi der Mittelpunkt des Schlosses. Das Spiel geht über zwei Runden, jeder Spieler erhält zu Beginn der Runde 9 Plättchen (Räume).

  • Davon werden zwei (verdeckt) ausgewählt, der Rest geht zum Nachbarn weiter.
  • Danach werden die beiden Plättchen aufgedeckt und nach gemeinsamer Diskussion mit den beiden Nachbarn eines davon an das Schloss links und eines rechts angebaut
  • Danach werden wieder zwei Plättchen von den weitergegeben ausgewählt, der Rest wieder zum Nachbarn
  • Anbauen, usw.

Sind alle Plättchen verbaut erfolgt nach gleichem Schema eine zweite Runde (mit neuen neun Plättchen). Nach der zweiten Runde ist Schluss und es gibt die Endwertung.

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Wie schon erwähnt baut jeder gleichzeitig an zwei Schlössern, jeweils mit dem linken und rechten Nachbarn – d.h. bei drei Spielern sind auch drei Schlösser auf dem Tisch.

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Die Regeln fürs Anlegen der Plättchen sind einfach und logisch:

  • Räume können nur links, rechts und oberhalb (als Stockwerk) eines bestehenden Raumes gebaut werden.
  • Kellerplättchen – und nur diese – kommen auf eine Ebene unter dem Thronsaal.
  • Oberhalb von Gartenplättchen kann logischer Weise kein Raum kommen.

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Es gibt unterschiedlichste Typen von Räumen (Speiseräume, Wohnräume, Garten, Schlafräume, usw.). Baut man drei Räume von einem Typ gibt es je nach Raumart einen anderen Bonus, z.B. eine Bonuskarte nehmen, die am Spielende Punkte bringt, zusätzliche fünf Plättchen ziehen und eines davon sofort anbauen usw.
Hat man fünf Räume eines Typs darf man sich einen der speziellen, auf normalen Wege nicht erhältlichen, Bonusräume nehmen – Brunnen bringen am Ende viele Punkte, Türme bringen Punkte pro Raum darunter, …

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Jeder einzelne Raum selbst hat unterschiedliche Bedingungen wie er Punkte bringt. Zum Beispiel neben bestimmten anderen Räumen liegen, eine gewisse Anzahl an Räumen im Schloss haben, von jeder Sorte einen Raum haben usw. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten zu Punkten, unterschiedlichste Strategien sind möglich und unsere bisherigen Partien spielten sich bis jetzt angenehm unterschiedlich. Ein paar weitere spielerische Details gibt es noch, haben wir aber hier in der Erklärung mal weg gelassen.

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Erst mit der Endwertung wird der eigentliche Spielreiz bewusst. Jedes Schloss wird einzeln gewertet. Die Siegpunkte des jeweiligen Spielers ist der kleinere Wert der beiden Schlösser an denen man gebaut hat. Das zwingt dazu nicht einfach nur ein Schloss mit einem der Nachbarn in den Punkten hoch zu pushen, sondern beide Schlösser gleich perfekt auszubauen  – oder sich eben zurück halten, damit der Nachbar nicht zu gut wird 😉

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Fazit/ Zielgruppe
Zwischen zwei Schlössern spielt sich schön flüssig, hat Anspruch ohne zu kompliziert zu sein. Das tüfteln wo ich einen Raum anlege um die Punkte zu maximieren ohne mein anderes Schloss zu vernachlässigen macht wirklich Spaß. Auch unerfahrene Spieler bzw. jüngere Kinder können durch das gemeinsame Bauen leicht mitgezogen werden, ohne dass sie gleich die ganze Spieltiefe begreifen müssen. Durch die Gametrayz Boxen ist das ganze rasch auf- und abgebaut. Ein Punkt mehr warum das Spiel bei uns noch oft auf den Tisch kommen wird. Für Familien mit etwas Ambition ist Zwischen zwei Schlössern zu empfehlen, aber auch Kenner/Experten werden ihre Freude daran haben – vor allem als Einstieg/Absacker bei größeren Runden (sieben Spieler!).

 

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