BrettspielFamilie auf Reisen – Wie wählen wir unsere Spiele für den Strand aus?

Auch die BrettspielFamilie zieht es im Sommer an den Strand und das Meer, dennoch werden wir in fernen Landen nicht auf unser Hobby verzichten. Natürlich stellt sich die Frage: Welche Spiele nehmen wir mit? Wir wären nicht die BrettspielFamilie, wenn die Frage leicht mit Uno, Jolly/Rommy/.. Karten und Co. zu beantworten wäre. Auch hier ist unserer Anspruch etwas höher, vor allem neu und innovativ müssen die Spiele sein.

Die naheliegendsten und einfachsten Kriterien der Auswahl sind natürlich:

  • Größe und Gewicht -> wir wollen uns ja nicht abschleppen.
  • Schnell auf- und abbaubar bzw. kurze Spielzeit -> Sonne, Strand und Meer stehen im Vordergrund.
  • Einfaches Material, keine großen Spielbretter -> Tische in Hotelbars bzw. Liegestühle am Strand sind für große Bretter und Aufbauten eher ungeeignet.
  • Keine wertvollen oder schwer wiederbeschaffbaren Spiele mitnehmen -> Es darf auch „kaputt“ gehen! Einzelteile (z.B. Pappmarker)  verliert man am Strand, Abends in den Hotelbars ist durch die Luftfeuchtigkeit und/oder kalte Getränke am Tisch immer wieder die Gefahr Karten in Flüssigkeit zu ertränken.
  • Leichter Einstieg und auch in größeren Gruppen spielbar -> Man lernt neue Leute kennen die nicht so viel Spielerfahrung haben oder ist so und so in einer größeren gemischten Gruppe unterwegs und wir wollen diese Menschen ja einbinden 😉

Vor allem letzterer Punkt ist uns wichtig. Wir reisen die letzten Jahre immer in einer Gruppe von drei Familien und mehr, da kommt eine bunte Mischung an Alter, Erfahrung und Interessen zusammen.
Die erste große Herausforderung an diesem Artikel ist, dass ich in der Vorbereitung schon 30 Spiele auf der Liste der Reise-Kandidaten habe – bin gespannt, wie ich die in einen Text bringe der einerseits bis zum Ende lesenswert bleibt, andererseits ich nicht erst nach dem Urlaub damit fertig werde. Na schauen wir mal.

Erste Kategorie – Kartenspiele
Der Klassiker schlechthin auf Reisen sind Kartenspiele. Klein und leicht im Gepäck, schnell auf den Tisch gebracht und meist nicht zu kompliziert. Wie Eingangs geschrieben, lassen wir die Klassiker mal weg, meine Mutter fährt ja nicht mit…

Bohnanza
Eigentlich auch schon zu den Klassikern zu zählen, wenn auch nicht in der breiten Masse bekannt ist Bohnanza. Im Kern ist es ein Set-Sammelspiel und sehr lustigen Illustration, am Thema der Bohnen angelehnt. Wir pflanzen verschiedene Bohnensorten, diese sind unterschiedlich oft vorhanden und somit mehr oder weniger Punkte wert. Einmal gespielt geht es flott von der Hand und jede Partie läuft anders. Macht viel Spaß und kann auch mit Einsteigern gespielt werden.

Bohnanza

In unserem Fall lassen wir es zu Hause, haben wir jetzt schon öfters mitgenommen, was Neues muss her.

L.A.M.A.
Lege Alle Minuspunkte Ab ist ein sehr einfaches Ablegespiel. Ziel ist es alle Handkarten abzulegen. Es darf immer eine Karte des gleichen Wertes (1-6) oder um eins höher als die oberste Karte des Ablagestapels gespielt werden. Auf die 6 kommt das Lama, danach geht es mit der 1 weiter. Kann ich nichts ablegen, muss ich eine neue Karte abheben.  Die taktische Finesse kommt mit der Wertung ins Spiel.
Das Spiel endet sobald ein Spieler alle Karten ablegen konnte, danach bekommen alle anderen Spieler Minuspunkte entsprechend ihrer Karten in der Hand. Diese Punkte werden durch weiße (1er) und schwarze (10er) Plastikchips dargestellt. Der Sieger der Runde darf einen Chip, egal welche Farbe, zurückgeben. Habe ich während des Spiels das Gefühl nicht gewinnen zu können, habe aber nur wenige potentielle Minuspunkte in der Hand, kann ich aussteigen und muss diese „wenigen“ Punkte am Rundenende nehmen.

LAMA

Wie gesagt, sehr einfach, spaßig und schnell gespielt, nicht umsonst zum Spiel des Jahres 19 nominiert. Das kommt mit!

The Mind
Das war der Renner 2018. Eine Gruppe von Spielern versucht ohne Kommunikation quasi blind Karten in der richtigen Reihenfolge abzulegen. Jeder muss „spüren“ wann er seine nächste Karte legt. Klingt strange, spielt sich so, macht aber Spaß. Vor allem wenn Runden sich noch nicht so gut kennen.

Nehmen wir heuer nicht mit, dafür haben es Freunde eingepackt.

Love Letter / Loot Letter
Von Love Letter gibt es schon unzählige Varianten, immer auf dem gleichen Spielprinzip basierend. Jeder Spieler hat eine Karte in der Hand, diese enthält eine kurze Anweisung wie er mit den anderen Spielern bzw. anderen Karten interagieren muss. In jeder Runde wird eine Karte dazu gezogen und eine der beiden ausgespielt. Das Spiel lebt von der Interaktion, z.B. erlaubt mir eine Karte zu erraten welche Karte ein Mitspieler in der Hand hält, errate ich es, scheidet er aus. Andere Karten lassen uns Karten tauschen usw.
Ist sehr einfach zu spielen, macht aber sehr viel Spaß und wird uns nie langweilig.

Es gibt wie gesagt neben dem Original viele thematische Abwandlungen, von Sience-Fiction, über Hobbit, Lovecraft bis zu Munchkin. Letzteres heißt dann Loot Letter und kommt heuer wieder mit!

Sushi-Go-Party
Ein völlig verrücktes Karten Sammelspiel. Thematisch geht es darum, Sets an verschiedenen Sushi Varianten zu sammeln und ist auf größere Gruppen ausgelegt. Sehr lustig und einfach, schon zweimal mit auf Reisen gewesen.

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Diesmal nehmen wir es aufgrund der Vielzahl an Karten nicht mit, schon genug anderes eingepackt. Ist also eher bedingt für Reisen geeignet.

Beasty Bar
Eines meiner Lieblings Spiele der Kategorie „einfach und schnell gespielt“, aber dennoch taktisch sehr anspruchsvoll“.  Jeder Spieler hat das gleiche Set an Karten, immer 5 davon in der Hand. Die Karten stellen verschiedene, sehr cool illustrierte, Tiere der Wildnis dar, die in die angesagteste Bar der Stadt wollen. Nur müssen sie sich anstellen und jedes Tier hat eine andere Eigenschaft, die auf die Warteschlange Auswirkungen hat. Manche drängen sich vor, andere sind ein unüberwindbares Hindernis, andere fressen Tiere in der Schlange vor einem, andere sortieren die Schlange um usw.

Bildergebnis für beasty bar

Ein sehr schönes und gute Spiel, unbedingt zu empfehlen und auch perfekt für unterwegs geeignet. Dennoch bleibt es heuer zu Hause, zu viele andere/neue Spiele sind schon im Koffer.

San Juan / Puerto Rico – Das Kartenspiel
Schon mehrmals haben wir San Juan mitgenommen, seit neuestem unter den Namen Puerto Rico – Das Kartenspiel erhältlich. Ein anspruchsvolles Strategiespiel – nur mit Karten. Hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel (15 um genau zu sein) und einige Spielmechaniken wurden schon von anderen kopiert. Jede Karte kann als Zahlungsmittel benutzt werden, als Ware/Rohstoff oder als Gebäude gebaut. Der Clou ist, dass am Beginn jeder Runde jeder Spieler eine von sechs Rollen wählt. Diese ermöglicht unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten (Gebäude bauen, Ware produzieren, verkaufen usw.) die aber jeder Spieler nutzen kann, der Auswählende bekommt aber einen Bonus der die Aktion stärker macht. Absoluter Kauftipp, allerdings anspruchsvoll.

Puerto Rico - Das Kartenspiel Spiele;Kartenspiele - Bild 2 - Ravensburger

Genau deshalb nehmen wir es heuer nicht mit. Meist spielen es nur wir drei der Brettspielfamilie, wir wollen aber die anderen auch integrieren. Bleibt im Kasten.

Hero Realms
Ok, hier verlassen wir definitiv den Bereich der Spiele, die locker flockig runter gespielt werden. Hero Realms ist klassischer Deckbuilder im Fantasy Setting, eigentlich auch ein Rollenspiel. Wir bekommen ein Starterdeck mit unterschiedlichen typischen Fantasy Klassen inkl. Ausrüstung. Damit kämpfen wir uns durch Gegnerhorden, bekämpfen unsere Mitspieler und leveln uns auf. Eigentlich kein typisches Reisespiel, dennoch nehmen wir es mit. Warum? Der Sohn der Brettspielfamilie wollte ein Spiel mitnehmen, das seinen Auflevel- und Sammeldrang befriedigt.

Wir glauben damit auch die Jungs der anderen Familien anstecken zu können und somit Ablenkung zu schaffen, währen die alten Menschen die Bar belagern….

Ich beende die Kategorie Kartenspiele, hier ginge es noch ewig weiter, aber das wird zuviel Text…

Zweitens – Die Werwölfe
Die diversesten Abwandlungen des Werwöfeprinzips sind wohl jedem schon bekannt, eignet sich ja besonders gut um Großgruppen zu bespaßen – wenn die Runde stimmt und die Leute mitmachen. Allerdings kamen in den letzten 2-3 Jahren interessante Abwandlungen heraus.

Werwölfe Vollmondnacht / MorgenGrauen
Ravensburger brachte eine Version mit App Unterstützung auf den Markt. Der Vorteil ist, dass die App den Spielleiter macht und somit schon ab drei Spielern losgelegt werden kann. Es wird nur eine Runde (Nacht) gespielt und somit auch für Leute mit weniger Geduld spaßig.

Werwölfe - Vollmondnacht Spiele;Kartenspiele - Bild 2 - Ravensburger

Auch hier – schon öfters mit, heuer nicht…

Werwörter
Aus der Idee mit der App entwickelte sich heuer Werwörter. Diesmal muss nicht primär der Werwolf gefunden werden (irgendwie aber dann schon wieder…), sondern ein geheimes Codewort erraten werden. Funktioniert super, auch wieder mit App und ab drei Spielern.

Werwörter Spiele;Erwachsenenspiele - Bild 2 - Ravensburger

Nach längerer Diskussion musste es leider doch zu Hause bleiben.

GROWL
Ein ganz andere Abwandlung des Prinzips ist GROWL. Das Spiel gibts bis jetzt nur vom Autor direkt, wir haben es auf Kickstarter unterstützt. Hier wird das ganze um die Idee, dass ein Werwolf andere anstecken kann, erweitert. Jeder Mensch kann mehrere Wunden erleiden, diese aber auch wieder heilen. In der Nacht kann der Werwolf Menschen beißen und somit infizieren.

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Die ersten Runden machten uns viel Spaß, und wir werden es heuer mit unseren Mitreisenden ausprobieren.

Drittens – Deduktions-Spiele
In größeren Gruppen funktionieren Spiele in denen Teams gegen- oder miteinander Begriffe erraten müssen immer gut, also perfekt für unsere Reisegruppe. Codenames ist in den letzten Jahren zu einem sehr bekannten Vertreter geworden, wir haben aber drei andere Kanditen.

One Key
Ganz neu ist One Key. Hier versucht ein Spieler seinen Mitspielern ein Bild erraten zu lassen. Am Beginn liegen 11 Bilder am Spielfeld und der aktive Spieler versucht durch weitere Bilder Hinweise zu geben welches gesucht wird. Sprache und Gesten sind verboten, nur Tipps wie Rot – „das Hinweisbild hat keinen Bezug“, Gelb – „ein Teilbezug ist vorhanden“ und Grün – „das Bild ist ein guter Tipp“ sind erlaubt. In den ersten Testrunden hat es sich als sehr schwierig erwiesen. Die Bilder sind sehr schön Illustriert, allerdings so unterschiedlich, dass es schwer fällt einen  Bezug herzustellen.

Da es bei und noch nicht gezündet hat, werden wir es noch nicht unserer größeren Gruppe an „Nicht-Spielern“ zumuten – kommt nicht in den Koffer.

Just One
Auch neu – Just One. Auch hier sind wir kooperativ unterwegs. Der aktive Spieler zieht eine Karte mit fünf Begriffen, darf diese aber nicht sehen. Er wählt eine Zahl von 1-5 und die Mitspieler dürfen nun verdeckt auf eine Tafel einen Hinweisbegriff schreiben. Wenn das alle getan haben schließt der Ratespieler die Augen und die Spieler nehmen doppelte Hinweise aus dem Spiel, d. H. damit verschwinden meist die offensichtlichsten, besten Hinweise! Nun hat der aktive Spieler mit den übrig geblieben Hinweisen genau einen Versuch das Wort zu erraten.

Hat beim Probespiel gut funktionier, kommt mit.

Trap Words
Trapwords versucht die Mechanik des Wörtereratens zwischen zwei Teams mit einem Dungeon Crawler zu verbinden. Durch das Erraten von Wörtern bewegen wir uns durchs Verlies und besiegen Gegner, allerdings legt das gegnerische Team Fallen aus, die es uns erschweren den Begriff zu erraten – bestimme Hinweiswörter werden von einer Falle verboten. Klingt nach einem coolen Mix und hat auch gute Kritiken bekommen.

Da es aber erst ab vier Spieler funktioniert und wir es noch nicht probieren konnten nehmen wir es nicht mit. Mit Just One haben wir ja schon einen Vertreter des Genre…

Letze Kategorie – Roll&Write
Im letzten Jahr wurde das Genre der Roll&Write populär. Das Prinzip ist immer einfach – Würfel werfen, das Ergebnis nach bestimmten Regeln in einen Wertungsblock eintragen. Das ganze ist natürlich nicht neu, allerdings wird es jetzt immer sehr schön verpackt bzw. mit gefinkelten Logiken gepaart.

Penny Papers Adventure
Es gibt drei verschiedene Spiele in der Penny Papers Adventures Serie. Die Gemeinsamkeit ist, dass wir hier auf Schatzsuche gehen und unseren Mitspielern Hindernisse in den Weg legen können.

Gut gemacht, aber wir glauben für unsere Urlaubsrunde „zu thematisch“.

Welcome to…
Gleiches Prinzip, aber diesmal legen wir eine typische amerikanische Vorortesiedlung der 50er an.

Macht uns jede Menge Spaß, aber auch hier ist es ein wenig zu freakig… Haben wir ja noch andere Varianten.

Ganz schön clever
Und hier haben wir unseren Auserwählten. Ganz schön clever bleibt abstrakt. Auch hier würfeln wir und tragen das Ergebnis in unserem Spielblock ein. In diesem Spiel sind es eher komplexe Logiken was ich wo eintragen darf/kann, aber vor allem – wo bringt es am Ende am meisten Punkte. Neben der Augenanzahl ist auch die Farbe des Würfels relevant.

Ist sehr gut bei uns angekommen, wir glauben auch super für Einsteiger geeignet und geht inklusive Zusatzblock mit an den Strand.

Am Ende durfte Flo noch ein Joker-Spiel mitnehmen, er hat sich für Not Alone entschieden. Hier ist ein Spieler ein mysteriöses Alien-Monster und versucht die anderen Spieler, diese sind auf dem Planeten gestrandet, zu fangen. Verdeckt wird hier entschieden wo das Monster zur Jagd geht, und auf welchen Feldern die Menschen versuchen Gegenstände zu erringen oder sich zumindest zu verstecken. Mit jeder Runde die die Menschen überleben, kommen sie dem Sieg näher.

Durch das einfache Material, Karten und ein paar Holzsteine, gut mitzunehmen und dieses asymmetrische Spielprinzip spricht unsren Sohn sehr an.

Somit steht unser heuriges BrettspielFamile Reiseset fest:

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