Spiel’19 Vorschau Teil 2 – Die anspruchsvolleren Familienspiele

Im zweiten Teil unserer Spiel’19 Vorschau nehmen wir uns die die gehobenen Familienspiele vor. Darunter verstehen wir jene Kategorie an Spielen, die für Kenner locker und leicht runter gespielt werden (es muss nicht immer Hardcore sein), oder aber auch von Familien die regelmäßig Brettspiele am Tisch haben.

Beginnen wir mit Ecos: Der erste Kontinent aus dem AEG Verlag. Der Autor John D. Clair (Mystic Vale) lässt uns als Naturkräfte agieren und eine neue Welt nach unseren Vorstellungen erschaffen. Wir entscheiden welche Landschaften/Klimazonen entstehen, welche Tiere angesiedelt werden usw. Der Kern der Spielemechanik ist eine Art Bingo, aber mit ein paar Zusatzregeln schön abgerundet und mit hervorragendem Material aufgepeppt. Ist schon vorbestellt.

 

Thematisch ähnlich gelagert ist On the Origin of Species aus dem kleinen spanischen Verlag Mont Taber. Das Spiel gibt es nur in einer spanischen/englischen Version, das Spielmaterial selbst ist aber sprachneutral. Wir sind ein Assistent von Charles Darwin und begleiten ihn auf seiner Reise mit der Beagle. Im Vordergrund steht die Entdeckung neuer Spezies. Wer am Ende der Reise wertvollere Tiere entdeckt hat gewinnt das Spiel. Mechanisch geht es darum, Karten (die Tiere) auszuwählen und auf den richtigen Stellen zu platzieren. Vor allem die grafische Gestaltung ist hervorzuheben und hat uns dazu gebracht das Spiel vorzubestellen.

 

Weiter geht es in den Wilden Westen. In Sierra West vom Board&Dice Verlag besiedeln wir als Pioniere um 1840 das heutige Kalifornien. Das auf deutsch im Schwerkraft Verlag erscheinende Spiel hat uns vor allem mit einem Kniff im Spielablauf überzeugt. Durch geschickt ausgewählte und platzierte Karten legen wir die Aktionsreihenfolge für unsere Züge fest, beeinflussen damit aber auch schon die weiteren Züge. Dass das Ganze auch noch schön verpackt ist, versteht sich von selbst. Werden wir uns holen.

 

Für Verwirrung könnte der Titel des nächsten Kandidaten sorgen. Imperial Settlers: Empires of the North ist zwar verwandt mit dem bekannten Imperial Settlers, stammt auch aus der Feder von Ignacy Trzewiczek (Robinson Crusoe, Detective) und erscheint ebenfalls bei Pegasus. Dennoch ist es ein komplett eigenständiges Spiel mit neuen Ideen und Mechaniken. Diesmal bauen wir unser Weltreich aus dem hohen Norden heraus auf, als Wikinger, Schotten oder Inuit. Diesmal hat jeder Spieler/jedes Volk ein eigenes Deck und ein Mechanismus zur Aktionsauswahl über ein Rondell wurde integriert. Geblieben ist die sehr schöne Illustration und das grundsätzliche Setting.

 

Kommen wir zu einem Renner der GenCon, der großen Spielemesse für die USA die im August stattfand. Ishtar aus dem Hause Iello ist das neue große Spiel von Bruno Cathala (Kingdomino, 7 Wonders Duel). Wir sind ein Gärtner der in der Wüste die hängenden Gärten von Babylon entstehen lässt. Es ist ein typisches Tile Placement, also Legespiel. Einfacher Zugang, gewisser Tiefgang und sehr gute Ausstattung. Wird sicher ein Hit und werden wir wohl mitnehmen.

 

Ein Spiel das auf vielen Listen auftaucht, aber wohl nicht bei der Brettspielfamilie einziehen wird ist Carnival of Monsters von Richard Garfield (Magic: The Gathering, Keyforge). In Deutschland/Österreich von AMIGO auf den Markt gebracht, soll es diesmal ein leichterer Einstieg in das Card Drafting Genre werden. Das Setting ist einfach erklärt, wir wollen der beste Monsterjäger werden und allen unsere Sammlung an außergewöhnlichen Bestien zeigen. Also sammeln wir fleißig Karten um die besten Siegpunktekombinationen zu bekommen. Grafisch sehr schön gemacht sowie einfache Regeln machen es zu einem idealen Einstieg für Familien in dieses Genre.

 

Ebenfalls nicht im Kofferraum landen wird Kitchen Rush aus dem Hause Pegasus. Aber einzig alleine aus dem Grund, da wir es schon voriges Jahr in der englischen Version aus Essen mitgebracht haben. Wir versuchen eine Restaurantküche zu managen und so viele Gerichte wie möglich auf den Tisch unserer Gäste zu bekommen. Der Clou dabei: alle Spieler sind gleichzeitig in Echtzeit am Interagieren. Die Spielfiguren werden von Sanduhren dargestellt und bringen damit wirklich gut die Hektik einer Küche auf das Spielbrett. Das Ganze ist so innovativ – kaufen Leute!

 

Den heutigen Abschluss macht Tapestry von Jamey Stegmaier (Scythe, Viticulture), erschienen in seinem eigenen Verlag Stonemaier Games. Hier haben wir ein Civilization Spiel mit sehr einfach gehaltenen Regeln (4 Seiten) und herausragender Ausstattung – alleine die bemalten Miniaturen der Gebäude!! Das wird sicher ein großer Hit, erscheint aber auf deutsch erst im Frühjahr bei Feuerland. Lokalisierungen müssen unterstützt werden, daher werden wir uns bis dahin gedulden.

 

Im nächsten Teil werden wir uns weiter mit den Familienspielen beschäftigen und werden da von der Komplexität noch zugänglicher.

 

 

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